BÖNEN
- Nordbögge setzte seinen Lauf fort. Zehn Punkte aus den letzten vier
Spielen stehen seit gestern in der Statistik des VfK. Anders der
Gastgeber: Die IG rutschte hinter den punktgleichen TuS Uentrop (1:1
gegen den VfL Mark) auf den 13. Tabellenplatz ab. Die Bönener haben
dennoch mit sieben Punkten mehr weiterhin genug Luft auf die beiden
Abstiegsplätze. Vorletzter Westfalia Bockum-Hövel verlor 1:4 beim TSC
Hamm, Schlusslicht Sportfreunde 1:2 beim TuS Wiescherhöfen.
| Machte mit dem 2:0 schon alles klar: Marcel Kloda (rechts) feiert mit Eike Hoffmann (links) und Sebastian Panek. - Fotos: Liesegang |
Florian
von Glahn hieß der „Dosenöffner gestern Nachmittag. Der rechte
Mittelfeldspieler des VfK stand in der 18. Minute goldrichtig und
mutterseelenallein am zweiten Pfosten, knallte die scharfe Hereingabe
von Sebastian Pannek unter die Latte ins leere Bönener Tor. IG-Torsteher
Coskun Gökce hatte versucht, Schlimmeres zu verhindern, war heraus
gelaufen um den ebenfalls allein gelassenen Pannek zu blocken.
Kurz
nach dem Seitenwechsel wollte Marcel Kloda offensichtlich die schnelle
Entscheidung. Nach einem Solo durch den kompletten IG-Strafraum erzielte
er in der 52. Minute das 2:0. Wirkte der Gastgeber schon nach dem 0:1
seltsam unbeteiligt, war es nun ganz vorbei mit der Gegenwehr. Bönens
erneut bester Mann, Björn Kempe, hatte genug davon, alles alleine machen
zu müssen und ließ sich auswechseln. IG-Trainer Gültekin Ciftci sah
sich angesichts der vielen Verschnaufpausen, die sein Personal eingelegt
hatte, bestätigt darin, dass ohne Training in der Kreisliga A nichts zu
holen ist: „Fußball ist nun einmal ein Laufspiel“, urteilte er lapidar
und lehnte sich entspannt ans Geländer zurück.
Vielleicht
hätte die Partie einen anderen Verlauf genommen, wenn Evren Karka in
der 29. Minute mit seinem 20-Meterfreistoß nicht die Latte, sondern zum
1:1-Ausgleich getroffen hätte. Spielerisch überlegen waren die Gäste in
der ersten Halbzeit nämlich keineswegs. „Wir haben das umgesetzt, was
wir uns vorgenommen hatten“, begründete Nordbögges Spielertrainer Dennis
Juraschuk den letztlich verdienten Sieg, „haben energisch dagegen
gehalten und die IG nicht ins Spiel kommen lassen.“
Nach
dem 2:0 schimmerte dann tatsächlich etwas spielerischer Glanz durch die
mit rotem Staub geschwängerte Luft am Schulzentrum. Der nach dem 2:0 in
der 54. Minute eingewechselte Lars Lenser traf nach schöner Vorarbeit
von Pannek zum 3:0 (65.). Marcel Kloda bereitete genauso sehenswert das
4:0 durch Oliver Hartmann sechs Minuten später vor. Die Nordbögger
hätten anschließend sogar noch höher gewinnen können: Pannek (82.) und
Lenser (85.) vergaben recht kläglich. Der Druck konzentriert
abzuschließen, um das Spiel zu gewinnen, fehlte da aber schon lange.
Derbystimmung kam gestern irgendwie gar nicht auf. Trotz der Kulisse von
knapp 80 Zuschauern am Rande der Asche am Bönener Schulzentrum. Die
Spannung war schnell raus aus der Partie. Emotionen konnten sich nicht
entwickeln. Der Verbandsaufsicht in Gestalt von Ernst-Dieter Kleiböhmer
hätte es in diesem Spiel nicht bedurft.
Bezeichnend
für das offensichtliche Desinteresse des Gastgebers alles zu geben, war
das Schweigen von Ali Öncül. Sonst immer lautstarker
Schiedsrichterkritiker, verstummte er schon nach 30 Minuten. Dafür
verließ Ramazan Özdemir in der 86. Minute nach Ampelkarte wegen Meckerns
das Spielfeld. - ml
IG: C. Gökce – Karka, A. Gökce, Yagci, Basyigit, Özdemir, Kempe (57. Duman), Öncül, Arslanbey, Colakbas, Cakir
VfK:
A. Juraschuk – Hein, Pannek, Kloda (72. Poljsak), Kromke, von Glahn,
Müller (70. Hartmann), Schneck, Hoffmann (54. Lenser), Juraschuk,
Aschmoneit
Tore: 0:1 F. v. Glahn (18.), 0:2 Kloda (52.), 0:3, 0:4 Hartmann (65., 71.)
Gelb-Rote Karte: Özdemir wegen Meckerns (86.)
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